Holländer / 3. Aufzug / 2. Szene / Nr. 8. Finale: Eriks erneute Warnung / Der Holländer glaubt sich betrogen / Sentas Opfer | |||||||||||||||||||||||||||||
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| Was mußt ich hören? Gott, was muß ich sehen? | ||||||||||||||||||||||||||||
Ist’s Täuschung? Wahrheit? Ist es Tat? | |||||||||||||||||||||||||||||
| O frage nicht! Antwort darf ich nicht geben. | ||||||||||||||||||||||||||||
| Gerechter Gott! Kein Zweifel! Es ist wahr! | ||||||||||||||||||||||||||||
Welch unheilvolle Macht riß dich dahin? | |||||||||||||||||||||||||||||
Welche Gewalt verführte dich so schnell, | |||||||||||||||||||||||||||||
grausam zu brechen dieses treuste Herz! | |||||||||||||||||||||||||||||
Dein Vater – ha – Den Bräut’gam bracht’ er mit… | |||||||||||||||||||||||||||||
Wohl kenn’ ich ihn mir ahnte, was geschieht! | |||||||||||||||||||||||||||||
Doch du…ist’s möglich! – reichest deine Hand | |||||||||||||||||||||||||||||
dem Mann, der deine | |||||||||||||||||||||||||||||
Schwelle kaum betrat. | |||||||||||||||||||||||||||||
| Nicht wieter! Schweig’! Ich muß! ich muß! | ||||||||||||||||||||||||||||
| O des Gehorsams, blind wie deine Tat! | ||||||||||||||||||||||||||||
Den Wink des Vaters nanntest du willkommen, | |||||||||||||||||||||||||||||
mit einem Stoß vernichtest du mein Herz! | |||||||||||||||||||||||||||||
| Nicht mehr! nicht mehr! | ||||||||||||||||||||||||||||
Ich darf dich nicht mehr seh’n, | |||||||||||||||||||||||||||||
nicht an dich denken – hohe Pflicht gebeut’s! | |||||||||||||||||||||||||||||
| Welch hohe Pflicht? Ist’s höh’re nich zu halten, | ||||||||||||||||||||||||||||
was du mir einst gelobtest, ewige Treue? | |||||||||||||||||||||||||||||
| Wie? Ew’ge Treue hätt’ ich dir gelobt? | ||||||||||||||||||||||||||||
| Senta! O Senta! Leugnest du? | ||||||||||||||||||||||||||||
Willst jenes Tags dich nicht mehr entsinnen, | |||||||||||||||||||||||||||||
als du zu dir mich riefest in das Tal? | |||||||||||||||||||||||||||||
Als, dir des Hochlands Blume zu gewinnen, | |||||||||||||||||||||||||||||
mutvoll ich trug Beschwerden ohne Zahl? | |||||||||||||||||||||||||||||
Gedenkst du, wie auf steilem Felsenriffe | |||||||||||||||||||||||||||||
vom Ufer wir den Vater scheiden sah’n? | |||||||||||||||||||||||||||||
Er zog dahin auf weiß beschwingtem Schiffe, | |||||||||||||||||||||||||||||
und meinem Schutz vertraute er dich an, | |||||||||||||||||||||||||||||
ja, meinem Schutz vertraute er dich an. | |||||||||||||||||||||||||||||
Als sich dein Arm um meinen Nacken schlang, | |||||||||||||||||||||||||||||
gestandest du mir Liebe nicht aufs neu’? | |||||||||||||||||||||||||||||
Was bei der Hände Druck mich hehr durchdrang, | |||||||||||||||||||||||||||||
sag’, war’s nicht Versich’rung deiner Treu’? | |||||||||||||||||||||||||||||
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| Verloren! Ach! verloren! | ||||||||||||||||||||||||||||
Ewig verlor’nes Heil! | |||||||||||||||||||||||||||||
| Was seh’ ich? Gott! | ||||||||||||||||||||||||||||
| Senta, leb’ wohl! | ||||||||||||||||||||||||||||
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Halt ein, Unsel’ger! | |||||||||||||||||||||||||||||
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Was beginnst du? | |||||||||||||||||||||||||||||
| In See! – In See für ew’ge Zeiten! | ||||||||||||||||||||||||||||
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Um deine Treue ist’s getan, | |||||||||||||||||||||||||||||
um deine Treue – um mein Heil! | |||||||||||||||||||||||||||||
Leb’ wohl, ich will dich nicht verderben! | |||||||||||||||||||||||||||||
| Entsetzlich! Dieser Blick…! | ||||||||||||||||||||||||||||
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Halt’ ein! Von dannen sollst du nimmer flieh’n! | |||||||||||||||||||||||||||||
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Segel auf! Anker los! | |||||||||||||||||||||||||||||
Sagt Lebewohl auf Ewigkeit dem lande! | |||||||||||||||||||||||||||||
Fort auf das Meer triebt’s mich auf’s neue! | |||||||||||||||||||||||||||||
Ich zweifl’ an dir! Ich zweiff’ an Gott! | |||||||||||||||||||||||||||||
Dahin, dahin, ist alle Treue! | |||||||||||||||||||||||||||||
Was du gelobtest, war dir Spott! | |||||||||||||||||||||||||||||
| Ha! Zweifelst du an meiner Treue? | ||||||||||||||||||||||||||||
Unsel’ger, was verblendet dich? | |||||||||||||||||||||||||||||
Halt’ ein! Das Bündnis nicht bereue! | |||||||||||||||||||||||||||||
Was ich gelobte, halte ich! | |||||||||||||||||||||||||||||
| Was hör’ ich! Gott, was muß ich sehen? | ||||||||||||||||||||||||||||
Muß ich dem Ohr, dem Auge trau’n? | |||||||||||||||||||||||||||||
Senta! Willst du zugrunde gehen? | |||||||||||||||||||||||||||||
Zu mir! Du bist in Satans Klau’n! | |||||||||||||||||||||||||||||
| Erfahre das Geschick, vor dem ich dich bewahr’! | ||||||||||||||||||||||||||||
Verdammt bin ich zum gräßlichsten der Lose; | |||||||||||||||||||||||||||||
zehnfacher Tod wär’ mir erwünschte Lust! | |||||||||||||||||||||||||||||
Vom Fluch ein Weib allein mich kann erlösen, | |||||||||||||||||||||||||||||
ein Weib, das Treu’ bis in den Tod mir hält. | |||||||||||||||||||||||||||||
Wohl hast du Treue mir gelobt, doch vor | |||||||||||||||||||||||||||||
dem Ewigen noch nicht; dies rettet dich! | |||||||||||||||||||||||||||||
Denn wiss’, Unsel’ge, welches das Geschick, | |||||||||||||||||||||||||||||
das jene trifft, die mir die Treue brechen: | |||||||||||||||||||||||||||||
ew’ge Verdammnis ist ihr Los! | |||||||||||||||||||||||||||||
Zahllose Opfer fielen diesem Spruch durch mich! | |||||||||||||||||||||||||||||
du aber sollst gerettet sein! | |||||||||||||||||||||||||||||
Leb’ wohl! Bahr’ him, mein Heil, in Ewigkeit! | |||||||||||||||||||||||||||||
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Zu Hilfe! Rettet, rettet sie! | |||||||||||||||||||||||||||||
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Wohl’ kenn’ ich dich! Wohl kenn’ ich dein Geschick! | |||||||||||||||||||||||||||||
Ich kannte dich, als ich zuerst dich sah! | |||||||||||||||||||||||||||||
Das Ende deiner Qual ist da! – ich bin’s. | |||||||||||||||||||||||||||||
durch deren Treu’ dein Heil du finden sollst! | |||||||||||||||||||||||||||||
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| Helft ihr! Sie ist verloren! | ||||||||||||||||||||||||||||
| Was erblick’ ich! | ||||||||||||||||||||||||||||
| Gott! | ||||||||||||||||||||||||||||
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Du kennst mich nicht, | |||||||||||||||||||||||||||||
du ahnst nicht, wer ich bin! | |||||||||||||||||||||||||||||
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Befrag’ die Meere aller Zonen, befrag’ | |||||||||||||||||||||||||||||
den Seemann, der den Ozean durchstrich, | |||||||||||||||||||||||||||||
er kennt dies Schiff, das Schrecken aller Frommen: | |||||||||||||||||||||||||||||
den fliegenden Holländer nennt man mich. | |||||||||||||||||||||||||||||
| Johohoe! Johohohoe! Hoe! Hui-ssa! | ||||||||||||||||||||||||||||
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| Senta! Senta! Was willst du tun? | ||||||||||||||||||||||||||||
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| Preis’ deinen Engel und sein Gebot! | ||||||||||||||||||||||||||||
Hier steh’ ich, treu dir bis zum Tod! | |||||||||||||||||||||||||||||
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